Datenschutz und Datensicherheit

Datenschutz Verstehen – Datenschutz und Datensicherheit – Was ist der Unterschied?

Kurze Zusammenfassung

Der richtige Umgang mit Daten ist wichtig, insbesondere der Schutz sensibler Daten vor Verlust und unbefugtem Zugriff. Die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen verarbeiten heute immer größere Datenmengen, aber ¼ von ihnen sichern ihre Daten nicht über Backup-Strategien. Studien zeigen, dass viele kleine und mittlere Unternehmen aufgrund von fehlender IT-Sicherheit und folglich Datenverlusten wahrscheinlich in wirtschaftliche Schieflage geraten oder ihren Geschäftsbetrieb aufgeben werden. Demnach ist es von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen eine sichere Geschäftskontinuität haben und Pannen ausschließen können. In diesem Beitrag werden wir einen kurzen Blick auf die Begriffe Datenschutz, Datensicherung und Datensicherheit werfen, die oft synonym verwendet werden.

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Datensicherheit Definition

Datensicherheit ist der Schutz von Daten vor unbefugtem Zugriff, Beschädigung oder Diebstahl. Die drei wichtigsten Schutzziele der Datensicherheit sind die Vertraulichkeit, die Integrität und die Verfügbarkeit von Daten. Vertraulichkeit ist der Schutz vor der unberechtigten Offenlegung von Informationen. Vertrauliche Daten und Informationen dürfen nur berechtigten Personen in der erlaubten Weise zugänglich sein. Oftmals werden hierzu Empfängerkreise definiert für den Zugriff der berechtigten Personen. „Integrität“ bezieht sich auf die Sicherstellung der Korrektheit (Integrität) von Daten und des korrekten Funktionierens von Systemen. Wenn der Begriff Integrität auf „Daten“ angewendet wird, drückt er aus, dass die Daten vollständig und unverändert sind. Verfügbarkeit bedeutet, dass die Informationen und Funktionen eines IT-Systems, einer IT-Anwendung oder eines IT-Netzes von den Benutzern immer wie vorgesehen genutzt werden können.

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) sind alle konkreten Vorkehrungen, die ein Unternehmen trifft, um die Sicherheit von Daten zu gewährleisten. Datensicherheit bezieht sich nicht nur auf personenbezogene Daten, sondern auf alle Daten, ob digital oder analog, die ein Unternehmen besitzt, unabhängig davon, ob durch diese Daten Personen identifizierbar sind. Datensicherheit ist der gewünschte Zustand, der durch all diese Sicherheitsinstrumente mit verschiedenen Maßnahmen erreicht werden soll. Das Konzept umfasst alle Aspekte der Datensicherheit, von der physischen Sicherheit von Hardware und Speichergeräten über die Verwaltung und Zugangskontrolle bis hin zur logischen Sicherheit von Softwareanwendungen. Es umfasst auch organisatorische Strategien und Verfahren, die auf die Abwehr interner und externer Bedrohungen ausgelegt sind. 

Die Informationssicherheit wiederum schützt die sensiblen oder geschützten Informationen eines Unternehmens (z. B. Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse, interne Informationen wie Unternehmenskommunikation, Mitarbeiter- und Finanzdaten). Bei der Informationssicherheit geht es darum, ein Gleichgewicht zu finden zwischen der Anforderung eines Unternehmens, zu kontrollieren, wer seine vertraulichen Informationen einsehen kann, und den geschäftlichen Anforderungen, die einen einfachen Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern erfordern. 

 

Datenschutz Definition

Beim Datenschutz geht es um den Schutz der Freiheiten und Grundrechte des Einzelnen (Persönlichkeitsrechte), und der Einzelne sollte die Kontrolle über die ihn betreffenden personenbezogenen Daten haben. Diese Kontrolle wird oft als „informationelle Selbstbestimmung“ bezeichnet. Jede Person hat Anspruch auf Schutz ihrer Privatsphäre sowie auf Schutz vor Missbrauch ihrer personenbezogenen Daten. Nach Art. 5 Abs. 1 lit. a) DSGVO müssen personenbezogene Daten auf rechtmäßige Weise, nach Treu und Glauben und in einer für die betroffene Person verständlichen Weise verarbeitet werden („Rechtmäßigkeit, Verarbeitung nach Treu und Glauben, Transparenz“). Dies bedeutet, dass personenbezogene Daten für festgelegte, eindeutige und rechtmäßige Zwecke erhoben werden (Zweckbindung). Der Datenschutz schützt nicht die Daten selbst, sondern die Freiheit des Einzelnen zu bestimmen, wie seine Daten behandelt werden und wer welche Informationen erhalten darf. Die Regelungen der Datenschutzgesetze beruhen auf dem Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung.

 

Unterschied Datenschutz und Datensicherheit

In der Praxis werden die Begriffe Datenschutz und Datensicherheit oft synonym verwendet, aber obwohl sie einige Ähnlichkeiten aufweisen, sind sie mit unterschiedlichen Prozessen und Ergebnissen verbunden.

Datenschutz befasst sich immer mit personenbezogenen Daten. Das beinhaltet beispielsweise den Namen Ihres Kunden, seine E-Mail-Adresse oder seine Kontoinformationen. Ziel des Datenschutzes ist es, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu gewährleisten. 

Im Vergleich dazu ist der Begriff Datensicherheit weiter gefasst. Hier geht es um den technischen Schutz aller Unternehmensdaten, mit und ohne Personenbezug. So hat ein Architekturbüro wahrscheinlich großes Interesse daran, seine Konstruktionspläne vor dem Zugriff Unbekannter zu schützen, auch wenn diese Pläne keine personenbezogenen Daten enthalten. 

Ein weiterer wichtiger Unterschied: Der Datenschutz stellt die Frage, welche Informationen überhaupt verarbeitet werden dürfen. Insbesondere gilt es, die gesetzlichen Vorgaben der DSGVO einzuhalten. Bei der Datensicherheit steht diese Frage nicht im Vordergrund. Hier liegt der Fokus auf dem Schutz der bereits vorliegenden Daten unter technischen und organisatorischen Gesichtspunkten. Es handelt sich somit um einen zeitlichen Unterschied. Der Datenschutz setzt früher an, noch bevor die Informationen vorliegen. Im Anschluss interessiert hier außerdem, wie die Informationen weiterverwendet werden. 

Wann darf man personenbezogene Daten verarbeiten?

Personenbezogene Daten stehen im Mittelpunkt der DSGVO, und personenbezogene Daten sind definiert als alle Informationen, die eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden können. Die DSGVO stellt weiter klar, dass Informationen immer dann als personenbezogene Daten gelten, wenn eine Person direkt oder indirekt identifiziert werden kann „durch Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren spezifischen Elementen, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind“. 

Die EU-Datenschutzvorschriften besagen, dass personenbezogene Daten nicht nur technisch geschützt werden müssen, sondern dass die Verarbeitung und Übermittlung auf einen bestimmten und rechtmäßigen Zweck beschränkt sein muss und dass nur die zur Erfüllung dieses Zwecks erforderlichen Daten verarbeitet werden dürfen.

Die DSGVO verlangt, dass Sie ein angemessenes Datenschutzniveau, einschließlich der Datensicherheit, einrichten, bevor die eigentliche Datenverarbeitung stattfindet. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass Sie den Datenschutz in Ihre Verarbeitungstätigkeiten und Geschäftspraktiken integrieren  müssen, von der Entwurfsphase bis zum Lebenszyklus.

Dabei geht es darum, den Datenschutz und den Schutz der Privatsphäre von Anfang an bei allem, was Sie tun, zu berücksichtigen. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass Sie die grundlegenden Prinzipien und Anforderungen der DSGVO einhalten.

Welche Maßnahmen schützen Daten? 

Der Artikel 32 DSGVO schreibt vor, dass die innerbetriebliche Organisation so gestaltet sein muss, dass sie den besonderen Anforderungen des Datenschutzes gerecht wird. Die Datensicherheit kann eine Voraussetzung für den Datenschutz sein und einen angemessenen Schutz durch geeignete technische Maßnahmen und ausreichende Sicherheitsstandards gewährleisten.

Datensicherheit ist eine von vielen wichtigen Methoden zur Bewertung von Bedrohungen und zur Verringerung des mit der Datenverarbeitung verbundenen Risikos, vor allem durch technische Maßnahmen gegen Manipulation, Verlust, Zerstörung oder Zugriff durch Unbefugte. 

Problem: Cloud-Dienste bringen viele einzigartige Sicherheitsprobleme und Herausforderungen mit sich, da die Daten bei einem Drittanbieter gespeichert und über das Internet abgerufen werden. Dies bedeutet, dass die Sichtbarkeit und Kontrolle über diese Daten begrenzt ist. Dies ist aus Sicht des Datenschutzes bedenklich, aber für die Datensicherheit nützlich.

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Datenschutz und Datensicherheit im Unternehmen

Die Daten eines Unternehmens sind einer seiner wertvollsten Vermögenswerte und müssen entsprechend geschützt werden. Da es so viele Möglichkeiten gibt, wie die Daten eines Unternehmens verloren gehen oder kompromittiert werden können, müssen die Unternehmen einen vielschichtigen Ansatz verfolgen, um das Wohlergehen ihrer Daten zu gewährleisten. Das bedeutet, dass sie die wichtigsten Bereiche berücksichtigen müssen: Datenschutz und Datensicherheit.

Bußgelder und Verstöße gegen den Datenschutz können unter anderem zu einem Verlust des Ansehens führen. Sichere Datenschutzmaßnahmen verschaffen Ihnen daher wirtschaftliche Vorteile und Wettbewerbsvorteile.

Der Faktor Mensch ist oft die größte Schwachstelle in der Datenschutzkette. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter mit den Compliance-Vorschriften und den Sicherheitspraktiken vertraut sind, indem sie ihnen sowohl Schulungen als auch klare Richtlinien an die Hand geben.

 

Datensicherheit Maßnahmen

Im Bereich der Datensicherheit ist ein Sicherheitskonzept besonders wichtig. Ein Sicherheitskonzept stellt eine Analyse von möglichen Angriffs- und Schadensszenarien dar. Die Erstellung einer Schutzbedarfsanalyse hilft bei der Festlegung der Sicherheitsanforderungen und der Auswahl geeigneter Sicherheitsmaßnahmen. Die Sensibilisierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen durch Schulungen und damit die Förderung der Einhaltung von Datenschutzgesetzen ist eine besonders wichtige Maßnahme zur Datensicherheit. Außerdem sollten Verantwortlichkeiten festgelegt werden, zum Beispiel durch die Ernennung eines Datenschutzbeauftragten. Es sollte eine transparente Infrastruktur aufgebaut und gepflegt werden. Die Daten sollten zudem durch eine Codierung verschlüsselt werden. Die Nutzung einer sicheren und zertifizierten Cloud zum Schutz von Daten, Ressourcen und Anwendungen, die in der Cloud gehostet werden, ist zudem empfehlenswert. Vermeiden Sie unsicheren Datenaustausch und wechseln Sie zu sicheren Servern. Legen Sie eine Richtlinie zur regelmäßigen Auswertung der Logfiles und Monitoring der Unternehmensserver fest. Sinnvoll kann zudem die Einrichtung eines Systems zur Bewertung der gemeinsam genutzten Infrastruktur mit Geschäftspartnern sein.

Des Weiteren sollte die IT-Sicherheitskonzeption bei der Nutzung privater Geräte, in die zentrale Administration und Einsatz von Containerlösungen in die Praxis integriert werden. Sie müssen in der Lage sein, neue Anforderungen der Datensicherheit schnell umzusetzen, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Die Verhaltensrichtlinien sollten festgelegt und regelmäßig aktualisiert werden. Die Einführung sicherer Passwörter ist zudem das Einfachste, was Sie tun können, um Ihre Sicherheit zu erhöhen. Hierbei kann Ihnen ein Passwort-Manager behilflich sein. Wichtig sind zudem regelmäßige Backups und die Aktualisierung Ihrer Programme. Firewalls sind ein Muss, um ein gut geschütztes Netzwerk zu haben. Antivirus- und Anti-Malware-Software sind unverzichtbar in Ihrem Arsenal an Online-Sicherheitswaffen. Zudem sind Verfolgung und Protokollierung wichtig, um potenzielle Bedrohungen zu identifizieren und Ereignisse zu erkennen, die zu einer Sicherheitsverletzung führen. TOMs können als erster Nachweis für die Einhaltung von Datenschutzgesetzen und als eine wirksame Sicherheitslösung dienen.

 

Datenschutz und Datensicherheit Tipps

Transparentes Handeln ist eines der wichtigsten Elemente der Datensicherheit. Denken Sie daran, dass die Datenminimierung von entscheidender Bedeutung ist und Sie nur die Daten erfassen sollten, die Sie für Ihre Verarbeitung benötigen. Vergewissern Sie nicht, dass Sie der Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten nachkommen müssen. Führen Sie regelmäßige Aktualisierungen durch und verwenden Sie die richtige Software für diese Aufgabe.  Da bereits betont wurde, wie wichtig es ist, die Mitarbeiter zu sensibilisieren, stellen Sie sicher, dass Sie ihnen klare Regeln an die Hand geben.  Achten Sie stets auf die Integrität des Systems, um die Daten zu schützen und damit Vertrauenswürdigkeit zu demonstrieren.

 

Datenschutzbeauftragte

Der Datenschutzbeauftragte unterstützt Sie bei der Überwachung der internen Compliance, informiert und berät Sie über Ihre Datenschutzpflichten, berät Sie bei Datenschutz-Folgenabschätzungen und fungiert als Ansprechpartner für betroffene Personen und Aufsichtsbehörden. Der Datenschutzbeauftragte kann ein bestehender Mitarbeiter sein oder extern ernannt werden, in der Regel wird ein einziger Datenschutzbeauftragter für diese Aufgabe ernannt.

Nicht jedes Unternehmen muss einen Datenschutzbeauftragten ernennen. Nach der DSGVO sind nur Unternehmen ab einer bestimmten Größe dazu verpflichtet. Diese Unternehmen sind auch verpflichtet, die Angaben zu ihrem Datenschutzbeauftragten zu veröffentlichen und diese Angaben ihrer nationalen Aufsichtsbehörde zu melden.

Es gibt keine gesetzliche Regelung, die ein Unternehmen zur Bestellung eines IT-Sicherheitsbeauftragten verpflichtet. Eine Ausnahme gilt für die Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS), die verpflichtet sind, angemessene Vorkehrungen zu treffen, um Störungen ihrer IT-Systeme, IT-Komponenten und IT-Prozesse zu verhindern.

Der Verlust von Daten oder der Ausfall von Systemen, die Daten verarbeiten, ist kritisch für Ihr Unternehmen, Ihre Mitarbeiter und alle Kunden. Einfach ausgedrückt: Jedes Unternehmen sollte sich aus eigenem Interesse um die IT-Sicherheit kümmern, und deshalb ist es sinnvoll, einen IT-Sicherheitsbeauftragten einzustellen.

 

Ziel von Datensicherheit

Datensicherheit ist der Schutz digitaler oder analoger Daten vor Verlust, Verfälschung, unbefugtem Zugriff, Beschädigung oder Diebstahl während ihres gesamten Lebenszyklus. Mit anderen Worten: Sie hilft, technische Mängel zu vermeiden.

Die zentrale Motivation und das Ziel der Datensicherheit ist es, Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Authentizität zu gewährleisten.

Imageschäden und Bußgelder sind gravierende Folgen von Datenschutzsanktionen. Daher sollten Sie jetzt Maßnahmen ergreifen, um solche Folgen zu vermeiden.

 

Fazit

Die Daten sind einer der wertvollsten Vermögenswerte eines Unternehmens. Die effektive Nutzung von Daten kann sich positiv auf alles auswirken, von der Entscheidungsfindung bis hin zur Effizienz von Marketing und Vertrieb. Aus diesem Grund ist es für Unternehmen unerlässlich, die Datensicherheit ernst zu nehmen, die durch Datenschutzmaßnahmen verfolgt werden sollte, und sicherzustellen, dass die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um dieses wichtige Gut zu schützen.

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